Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote („EK-Quote“) ist eine der gängigsten Kennzahlen in der Bewertung der Unternehmensbonität zur Vorbereitung von Kreditentscheidungen zur Unternehmensfinanzierung. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick, was sich hinter der Kennzahl verbirgt, wie sich diese berechnet, welche Quoten als gut eingestuft werden und wie Sie diese steuern können.

Definition

Die Eigenkapitalquote zeigt den Anteil des Eigenkapitals eines Unternehmens im Verhältnis zu dessen Gesamtkapital, der Bilanzsumme. Es wird hierbei unterstellt, dass ein Unternehmen dann stabil ist, wenn es eine hohe Eigenkapitalquote hat.

Was ist eine Eigenkapitalquote?

Die Eigenkapitalquote ist eine der meistgenutzten Bilanzkennzahlen bei der Ermittlung von Unternehmensbonitäten. Obgleich sehr häufig genutzt und mit einem hohen Einfluss auf die Ratingermittlungen bei Banken und Auskunfteien hat die Eigenkapitalquote nur eine geringe Aussagekraft.

Zum Eigenkapital werden bei einer Kapitalgesellschaft das Stammkapital, die Kapital- und Gewinnrücklagen sowie der Gewinn-/ Verlustvortrag und das aktuelle Jahresergebnis gezählt. Bei Personengesellschaften werden die festen- und die variablen Gesellschafterkonten zusammengerechnet.

Formel zum berechnen

Eigenkapitalquote formel

Wichtig zu beachten ist hierbei, dass es sich um reine Stichtagswerte handelt. Das heißt, es wird das bilanzielle Eigenkapital zum Bilanzstichtag (in der Regel der 31.12. eines jeden Jahres) und die gesamte ausgewiesene Bilanzsumme zum Bilanzstichtag ins Verhältnis zueinander gesetzt. Unberücksichtigt werden hierbei saisonale Verschiebungen oder Einmaleffekte zum Bilanzstichtag. Ebenfalls häufig unberücksichtigt werden Maßnahmen, die die Bilanzsumme verkürzen (s.u.).

Richtwert – Welche Eigenkapitalquote ist gut?

Pauschalaussagen sind wenig seriös. Dennoch gibt es unterschiedliche Richtwerte, die entsprechenden Einfluss auf die Ratingeinstufungen haben. Je nach Art und Branche des Unternehmens werden höhere Eigenkapitalquoten als notwendig betrachtet. Ein Produktionsunternehmen sollte eine höhere Eigenkapitalquote haben als ein Handelsunternehmen und dieses wiederrum eine höhere als das Dienstleistungsunternehmen.

Bei produzierenden Unternehmen sollte eine EK-Quote mindestens 30% betragen.

Handelsunternehmen sollten 25% nicht unterschreiten.

Bei Dienstleistungsunternehmen wird eine EK-Quote von 20% oft bereits als ausreichend betrachtet, obgleich diese regelmäßig eine geringe Bilanzsumme haben.

Vorstehende Aussagen beziehen sich auf die Ratingeinstufungen von Unternehmen durch Banken und Auskunfteien. Aus der Finanzierungspraxis leitet sich jedoch die Erkenntnis ab, dass es zur Bewertung eines Unternehmens nicht nur wichtig ist, welchen Anteil das Eigenkapital in Relation zum Gesamtkapital hat. Das Eigenkapital dient Unternehmen und Startups als Puffer auch für Risiken und wirtschaftlich schwächere Zeiten. Es ist daher wichtig, auch das Eigenkapital in Relation zum Umsatz/ zur Gesamtleistung zu betrachten.

Investor

Wie die Eigenkapitalquote erhöhen?

Da die Eigenkapitalquote aus den statischen Bilanzpositionen des Eigenkapitals und der Bilanzsumme berechnet wird, gibt es viele Stellhebel, um die Eigenkapitalquote aktiv zu steuern. Um die Eigenkapitalquote zu erhöhen kann das Eigenkapital gesteigert und/ oder die Bilanzsumme reduziert werden.

Das Eigenkapital zu erhöhen kann durch Kapitalerhöhungen und Gewinnthesaurierungen erfolgen. Etwas einfacher ist es, die Bilanzsumme zu reduzieren. Einige Beispiele hierfür sind:

  • Reduzierung der Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag durch (Teil-)Rückführung von Krediten und Zahlung offener Lieferantenverbindlichkeiten
  • Reduzierung der Kundenforderungen durch striktes Debitorenmanagement, um die zufließende Liquidität zur Reduzierung der Verbindlichkeiten zu nutzen
  • Verkauf von Forderungen durch Factoring oder Forfaitierung
  • Optimierung des Warenbestands
  • Nutzung von Leasing und ggfs. Sale-And-Lease-Back für Gegenstände des Anlagevermögens
  • Reduzierung der Aktivwerte durch hohe Abschreibungssätze

Oftmals ist es auch sehr sinnvoll, den Bilanzstichtag zu verschieben. Nicht immer ist das Kalenderjahr ein sinnvoller Zeitraum für die Bewertung des wirtschaftlichen Erfolgs eines Unternehmens. Ein Unternehmen mit saisonalem Geschäftsverlauf hat häufig mindestens einen Zeitpunkt im Jahr, zu dem die Warenbestände, die Forderungen und die Verbindlichkeiten sehr gering sind. Bei konstantem Geschäftsverlauf sind die Ertragszahlen eines 12-Monats-Zeitraums konstant, unabhängig davon, wann dieser Zeitraum beginnt und wann er endet. Somit ist dann auch das ausgewiesene Eigenkapital konstant. Die Bilanzsumme ändert sich jedoch im Zeitablauf.

Ein positiver Effekt ist, dass sich alleine durch eine geschickte Wahl des Bilanzstichtages oftmals mehrere ratingrelevante Kennzahlen positiv verändern.

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